auf Lager
Der Physiker Walther Gerlach (1889-1979) ist eine der herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Physikgeschichte und Wissenschaftsverwaltung im 20. Jahrhundert.
Nach wissenschaftlichen Tätigkeiten in Göttingen, Frankfurt a. Main und Tübingen lehrte Gerlach von 1929 bis 1957 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Der Experimentalphysiker beschäftigte sich mit Magnetismusforschung und quantitativer Spektralanalyse. Als Leiter der Fachsparte Physik im Reichsforschungsrat unterstand ihm in den letzten Kriegsjahren das deutsche Uranprojekt.
In zahlreichen Ämtern beeinflußte er seit 1945 die Neuorganisation der Wissenschaft entscheidend. Mit zahlreichen Vorträgen zu wissenschaftlichen Fragen und zur Physikgeschichte erreichte Walther Gerlach eine breite Öffentlichkeit. Als Mitunterzeichner der Göttinger Erklärung 1957 warnte er eindringlich vor einer atomaren Bewaffnung der Bundeswehr.
Füßl Wilhelm (Hrsg): 1998